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Astrologie

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Horoskope und Sternenkunde

Das Wort Astrologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt die Sternenkunde. Astron heißt Stern. Astrologie darf nicht mit der Astronomie verwechselt werden. Astronomie ist übersetzt die Gesetzmäßigkeit der Sterne.
Astrologie kann man bezeichnen als die Deutung der Stellung der Himmelskörper. Dabei ist die Deutung mythologisch und auf den Menschen bezogen. Die "Sterndeutung" erfolgt also im Hinblick auf den Menschen. Himmelskörper, die Objekte der Astrologie sind, sind vorzugsweise die Gestirne des Sonnensystems.
Man benennt die Sichtweise der Astrologie topozentrisch. Das bedeutet, das sie auf den Standpunkt eines Betrachters auf der Erde (auf der Oberfläche, nicht Erdkern) bezogen ist - die Teile des Horoskops beziehen sich also auf einen auf der Erde gelegenen Ort und auf die dortige Zeit.
Es gibt aber auch heliozentrische Betrachtungsweisen. Hierbei wird die Stellung der Planenten, also auch der Erde, von dem Standort Sonne aus bewertet. Die Sonne und der Mond werden also nicht berücksichtigt für die Auswertung bei einer heliozentrischen Betrachtung.

Welche Aufgaben und Ziele die Astrologie hat bzw. erreichen kann, ist unter den astrologischen Schulen und Astrologen strittig. Die Persönlichkeitsastrologie ist eine charakterlich erklärende Astrologie. Einige Astrologen erheben darüber hinaus den Anspruch, Vorhersagen zukünftiger Ereignisse aufstellen zu können.

Astrologie und Astronomie gehen auf gemeinsame Ursprünge zurück. Die Gemeinsamkeit liegt im Beobachten der Gestirne. Sie unterscheiden sich durch die Deutung bzw. Prognose.

Die heutige Wissenschaft sieht die Astrologie als Parawissenschaft oder Pseudowissenschaft an. Die Astrologie hingegen widerspricht dem damit, dass nach Ansicht der Astrologen die physikalische Wissenschft für den Bereich der Astrologie mit ihrer symbolischen Ebene nicht zuständig ist. So beschreibt der Astrologe Hürlimann die Astrologie etwa wie folgt: "Die Astrologie von astron : Stern, als Urprinzip, und Logos : Geist oder höhere Logik ist das Wissen um die Beziehung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos als Analogieprinzip: wie oben, so unten. Astrologie ist das Urwissen, daß der Mensch als Teil des Kosmos und Bestandteil der Natur denselben Gesetzen unterliegt wie die Natur selbst. Den Menschen erreichen die kosmischen Rhythmen ebenso wie das Wasser in Ebbe und Flut, und das Wasser wird gleichgesetzt mit der Seele. Astrologie ist daher kosmische Psychologie."

Der Tierkreis

Der Tierkreis ist die Basis des Horoskops der westlichen Welt. Er hat 12 teile, jedes entspricht einem Tierkreiszeichen. Die Tierkreiszeichen sind 12 Bilder. Jedes Tierkreiszeichen repräsentiert bestimmte charakterliche Eigenheiten des Menschen.
Das Bild des Himmels innerhalb der Gestirne des Tierkreis ist der Orientierungspunkt der Astrologie. Die Betrachtung von der Erdoberfläche, die topozentrische Betrachtung, nicht die Betrachtung vom Mittelpunkt der Erde, die geozentrische Betrachtung, bestimmt die Deutung der Sterne. Diese Betrachtung ist ojektiv, die Berechnung (nicht: Deutung) des Horoskops kann somit allgemein nachvollzogen werden.
Die Astrologie sucht immer nach neuen Ansätzen. Es gibt Werke über
die Archetypen, das kollektive Unbewusste und die Synchronizität. Weiter existiert eine Hypothese über sogenannte morphogenetische Felder. Die sog. die Münchner Rhythmenlehre stellt in Ansätzen eine nachvollziehbare Systematik dar. Gleiches gilt von einer Lehre, die die Tierkreiszeichen symbolisch abgrenzt und als "Evolution" vom Ersten bis zum Zwölften sichtbar machen will.

Was ist nun ein Horoskop

Ein Horoskop stellt die Gestirne und andere Himmelserscheinungen für einen fixen Zeitpunkt an einem fixen Ort mit bestimmten Informationen dar. Das Horoskop wird mit Hilfe der mathematischen Methoden der Mimmelsmechanik berechnet. Es kann, je nach kulturellem Hintergrund und nach astrologischer Schule, unterschiedlich gezeichnet werden.

Es weden meherere Formen des Horoskops unterschieden.
Geozentrische Horoskoparten sind das Geburtshoroskop, das Elektionshoroskop, das Partnerschafshoroskop und auch das Zeitungshoroskop.
Die moderne Astrologie ist der Ansicht, dass das Geburtshoroskop ein Anhaltspunkt für die spätere charakterliche Prägung des Neugeborenen ist. Das Neugeborene würde sich den zu ihm passenden Geburtszeitpunkt instinktiv auswählen. Im Vergleich zwischen Kind und Eltern wurden herausragende, prägende Übereinstimmungen besetzter Punkte in Horoskopen gefunden.
Die traditionelle Astrologie sieht das umgekehrt: danach bestimmt der Geburtszeitpunkt den Charakter.
Um günstige Zeitpunkte für geplante Termine und Unternehmungen zu finden, bedient man sich dem Elektionshoroskop.
Ein Beziehungshoroskop, das auch Partnerschaftshoroskop genannt wird, soll dabei helfen, etwas über Beziehungen zwischen Menschen herauszufinden. Es wird also nicht nur für Partner einer Liebesbeziehung erstellt. Eine besondere Form des Partnerschaftshoroskops ist das Combin. Hier wird aus Mittelwerten der Geburtszeiten und Geburtsorte ein neues Horoskop erstellt. Ähnlich verhält es sich bim Composit, dort wird aus den Mittelwerten der Planeten und Achsen beider Partner ein neues Horoskop erstellt.
Zeitungshoroskope haben auch nach Ansicht von führenden Astrologen lediglich einen Unterhaltungswert. Zeitungshoroskope werten nämlich höchstens die Gestirne im Verhältnis zum ungefähren Sonnenstand bei der Geburt im jeweiligen Sternzeichen auswerten. Das erste Zeitungshoroskop verfasste 1930 R.H. Naylor für den Londoner Sunday Express.

Heliozentrische Kosmogramme berücksichtigen die Stellungen der Planeten einschließlich der Erde, wie sie sich zum Zeitpunkt der Geburt von der Sonne aus darstellen. Die Sonne und der Mond und die geozentrischen Bestandteile, etwa die Häuser, sind dort nicht zu finden.

Elemente des Horoskops sind die Planeten, die Gestirne.
Die traditionelle Astrologie berücksichtigt 7 Gestirne: den Mond, Merkur, Venus, die Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Das rührt daher, weil sie im Zeitalter eines geozentrischen Weltbild entstanden ist.
In der neueren Astrologie werden auch Uranus, Neptun, Pluto und Kleinplaneten, etwa Ceres, mit in das Deutungsmodell aufgenommen. Die Himmelsbeobachtung von einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit ist die Grundlage der astrologischen Deutung.
Die Hamburger Schule der Astrologie bezieht geometrische Konstrukte und mythische Erscheinungen mit in die Deutung ein. Es sei etwa der Dunkle Mond genannt, der zweite Brennpunkt der Umlaufellipse des Mondes. Diesem werden die Eigenschaften der Lilith, der Dämonin des Kinderbettfibers im alten Mesopotamien, untergelegt. Die Hamburger Schule nimmt auch planetenähnlich ausgelegte astronomische Punkte in die Berechnung mit auf, etwa die Mondknoten. Mondknoten sind sich gegenüber liegende Punkte imaginärer Richtungen der Schnittlinie zwischen der Ebene der Mondumlaufbahn auf der ekliptischen Ebene.

Die Astrologie sieht jeden Planeten als Regent eines oder auch mehrerer Tierkreiszeichen an. Die Eigenschaften der Tierkreiszeichen werden entsprechend der Art der Aktionen des Planeten gesehen.
Der Begriff des Planeten wurden im August 2006 durch die Internationale Astronomische Union neu definiert. Hier gibt es noch keine Reaktion der astrologischen Bewegung. Allerdings dürfte die Bezeichnung von Himmelskörpern nichts an ihrer astrologischen Bedeutung ändern.

Die Symbole der Gestirne sind mit Göttern und Heldengestalten aus der Antike verknüpft und sind nach ihnen benannt. Aber schon in der Zeit vor der Antike versah man Himmelskörper mit Eigenschaften; diese traten dann in Erzählungen oder in Metaphern als Gott auf.
Die Astrologen streiten, ob bei erst in der Neuzeit entdeckten Planeten die ihnen von der Astronomie zugewiesenen Götternamen eine Beziehung zu ihrem Symbolwert haben.

Ein weiteres Element des Horoskops sind die Tierkreiszeichen. Die 12 Tierkreiszeichen werden in der Umgangssprache auch Sternzeichen genannt. Im Tierkreis nehmen sie jeweils einen Raum von 30° ein. Die Ephemeriden, eine Tabelle, die die Positionen eines sich bewegenden astronomischen Objekts auflistet, enthalten für die Gestirne die genaue Plazierung im Tierkreis und ihre Höhe zum gedachten Horizont.
Ein aufgrund der Präzession, das ist die die Lageveränderung der Achse der sich um sich selbst drehenden Erde durch die Einwirkung äußerer Kräfte, sich ergebendes Phänomen ist die Verschiebung der Tierkreiszeichen gegen die Sternbilder. So kann z.B. ein im Sternzeichen Jungfrau geborener Mensch auf die Welt gekommen sein, als die Sonne im Sternbild Löwe stand.
Die westlich orientierte Astrologie benutzt nicht die siderischen Sternbilder, sondern den tropischen Tierkreis.
Die Mundanastrologie bezieht teilweise die Position des Frühlingspunktes, bezogen auf die Sternbilder, in ihre Deutung mit ein und postuliert daraus die sog. Aönen, z.B. ein beginnendes Wassermannzeitalter.
Die indische Astrologie zeiht Sternbilder den Tierkreiszeichen vor.

Die Astrologie ist der Meinung, dass die Namen der Tierkreiszeichen Symbol der in ihnen enthaltenen Eigenschaften sind. So sind die Elementen der Alchemie des Mittelalters, also Erde, Feuer, Luft und Wasser, mit der Astrologie verwandt. In der Temperamentslehre des Hippokrates finden sich die vier Elemente wieder. Diese Temperamentslehre geht von einer grundsätzlichen Vierheit aus. In Verbindung mit der Dreiheit der Motorik (ein Verhalten ist entweder aktiv, passiv oder raktiv) ergeben sich die zwölf Zeichen. In jedem dieser Zeichen ist ein Element mit einer Motorik kombiniert. Nehmen wir etwa Löwe: passiv mit Feuer - daraus folgt dann mit der zugehörigen Symbolik das Bild eines ruhenden Vulkans. Die zwölf Zeichen des Tierkreises sind des weiteren in zwei Geschlechter unterteilt. Sie folgen sich gegenseitig abwechselnd im Tierkreis.
Sekundäre Charakteristika erhält man, wenn man primäre Charakteristika miteinander kombiniert.

Ein anderes Element des Horoskops sind die Felder, auch Häuser genannt.
Die Häuser sind vorstellbar als eine in 12 gleiche Stücke längs aufgeschnittene Orangenschale. In diesem Bild liegt der Blütenrest und Stengelrest der Orange exakt am Nord- bzw Südpunkt des Horizonts.
Eine Schnittlinie verläuft von Norden nach Süden am Himmel und unter der Erde zurück nach Norden. Eine Schnittlinie verläuft am Horizont. Dazwischen liegen zwei weitere Schnitte auf jeder Seite. Nicht berücksichtigt wird der Abstand der Planeten zur Eklipitk bei der Häuserzuornung.
Die Position der Häuser bestimmt den genauen Zeitpunkt und den Ort, für welchen ein geozentrisches Horoskop berechnet wird. Den Punkt auf dem Tierkreis,der grade über den Horizont steigt, nennt man Aszendent (AC). Nimmt man das System des Campanus (eine astrologische Schule), so setzt der Aszendent den Ausgangspunkt, den Beginn des ersten Hauses. Danach folgen drei Häuser bis zum Punkt der sog. unteren Kulmination des Tierkreises. Die untere Kulmination ist der tiefste Punkt unter dem Horizont. Danach folgen drei Häuser bis zum grade untergehenden Punkt des Tierkreises. Dies ist der Deszendent, DC. Es folgen drei Häuser bis zur oberen Kulmination, dann drei Häuser zurück zum Aszendenten. Durch diese Anordnung erscheinen die Häuser unterschiedlich groß auf der Ekliptik.
Die unterschiedlichen astrologischen Schulen berechnen die Häuser nach unterschiedlichen Systemen. Das führt zu unterschiedlichen Ergebnissen der Deutungen. Es gibt das äquale System von Koch, bei dem die Häuser vom Aszendenten aus in gleich große 30° Abschnitte eingeteilt werden. Weiter Systeme sind das Regiomontanus System, das Placidus System oder das oben aufgezeigten Campanus System.

Vielfach beschränken sich die Astrologen auf die Kardinalpunkte. Das sind Aszendent, Descendent Medium Coeli (oder MC, Himmelsmitte) und Imum Coeli (oder IC, Himmelstiefe). Sie werden nach den Stellungen in den Tierkreiszeichen bewertet. Auch die Häuser werden gedeutet, aber vieldeutig gelassen, wie die Systeme es tun.

Die Häuser symbolisieren verschiedene Lebensbereiche (etwa das Sein, Haben, Denken oder Fühlen). Dies ist ähnlich den Tierkreiszeichen, die Charaktereigenschaften repräsentieren und den Gestirnen, denen unterschiedliche Aktionen zugewiesen werden. In den Unterschiedlichen Lebensbereichen machen sich dann die dort stehenden Tierkreiszeichen und Planeten bemerkbar. In bildlicher Entsprechung zu den Eigenschaften der Tierkreiszeichen werden die Lebensbereiche der Reiche nach - angefange mit Widder - den Häusern zugeordnet.

Die Aspekte

Winkel drücken den Abstand zwischen zwei Faktoren des Horoskops aus, etwa den Abstand zwischen zwei Planeten. Dabei haben einige dieser Winkel eine besondere Bedeutung, nämlich insbesondere diejenigen, die durch die Division der 360° des Kreises durch ganze Zahlen gebildet werden. Der Name dieser Winkel lautet Aspekte. Die Aspekte findet man vielfach als Verbindungslinien in einem Horoskop eingezeichnet.
Ein Beispiel: Ist der Winkelabstand zweier Planeten 90°, so heißt dies Quadrat. Hieraus kann man unendlich viele Aspekte herleiten, die Astrologen nutzten jedoch nur die von 0, 30, 45, 60, 90, 120, 135, 150, und 180 Grad. Besonders wichtig sind Konjunktion (0°), Sextil (60°), Quadrat (90°), Trigon (120°) und die Opposition (180°).
Die Beziehung der Planeten zueinander wird von den Aspekten bestimmt. Beispiel: Sextil und Trigon sind harmonisch, Quadrat und Opposition stehen in einem Spannungsverhältnis.
Es kommt bei den Aspekten aber nicht auf die exakten Winkelabstände an, denn diese werden beinahe nie erreicht. Um die Winkel herum gibt es einen Streubereich, die Orbis. Je nach astrologischer Schule ist die Orbis unterschiedlich groß. Die moderne Astrologie vertritt die Auffassung, dass die Wirksamkeit mit dem Abstand vom genauen Wert kontinuierlich sinkt.