Levitation in der Parapsychologie und in der Lehre des Yoga

Levitation leitet sich aus dem griechischen ab und bedeutet übersetzt Leichtigkeit. Levitation ist sowohl ein parapsychologisches Phänomen, bei dem Menschen und Gegenstände durch bestimmt, unerklärliche Kräfte schweben, als auch ein technisches Verfahren, bei dem ein Objekt mit Hilfe einer Kraft zum Schweben gebracht wird.

Wir wollen uns hier mit der Levitation der Parapsychologie beschäftigen.
Levitation ist eine besondere Art der Psychokinese. Es ist die (behauptete) Fähigkeit des Menschen, ohne irgendwelche äußeren Hilfsmittel zu schweben.

Zunächst: Es existieren keine wissenschaftlichen Beweise für eine tatsächlich stattgefundende Levitation.

Erzählungen über das Phänomen der Levitation findet man hingegen in beinahe jeder menschlichen Kultur

Die katholische Kirche vertritt die Ansicht, dass die Fähikeit zur Levitation wie zur Bilokation ein Anzeichen für die Heiligkeit einer Person sein kann. Blickt man nämlich in die Bibel (Matth. 14, 24-33) so findet man, dass auch Jesus die Fähigkeit zur Levitation besaß, indem er über dem Wasser wandelte. Auf der anderen Seite kennt die Kirche die Levitation, besondersa aberBilokation als Anzeichen dafür, dass eine Person von einem Dämon besessen ist.

Die katholische Kirche spricht über 230 Heiligen die Fähigkeit der Levitation zu. So bereichtet beispielsweise die Heilige Theresa von Ávila autobiographisch von Levitationserlebnissen. Hierbei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Fähigkeit zum Fliegen in Träumen ein geläufiges Thema darstellt.

Die bekannteste Levitation schreibt man aber dem in der Apostelgeschichte, Kapitel 8, Verse 9-25, erwähnten Zauberer Simon Magus zu. Er soll im ersten Jahrhundert in Rom bei einem öffentlich mit Simon Petrus ausgetragenem Wunderwettbewerb geschwebt haben. Die Legende Aurea hat die meist apokryphen Quellen über diese Begebenheit im 12.Jahrhundert zusammengefasst. Seither sind Flug und Fall des Simon Magus in der mittelalterlichen Kunstgeschichte zu finden.

Die Levitationslehre in Europa erlebte im 15. Jahrhundert n. Chr. bis ins 18 Jhd. n. Chr. ihre Hochzeit. In England und Russland war es bei Adligen beliebt, auf ihren Schlössern Levitationsabende zu veranstalten: sie trachteten danach mit reiner Willenskraft mit ihrer Seele aus dem Körper zu gelangen, um frei herum zu schweben. Der schottischer Schriftsteller und Politiker John Buchan, der von 1875 – 1940 lebte, beschreibt in der Biografie The Marquis of Montrose eine These des schottischen Lords Marquis of Montrose (1612 – 1650). Jener behauptete, es existierten drei Formen der Levitation:

1. Spiritlevitation: eine geistige Levitation, mit deren Hilfe man sich mit den Gedanken auf Reisen begibt. Es ist die schnellstmögliche Form von einem Ort an den anderen zu gelangen.
2. Soullevitation: eine seelische Levitation; die Seelte trett mit geistiger Willenskraft aus dem Körper und schwebt frei im Raum. Heute bezeichnet man dies als Out of body experience (OBE) oder Außerkörperliche Erfahrung (AKE).
3. Bodylevitation: eine körperliche Levitationwobei sich der Körper der physikalischen SChwerkraft der Erde entzieht und frei schwebt.

Bekanntester Fall einer Levitation ist der des heiliggesprochenen Franziskanermönchs Joseph von Copertino, der von 1603 bis 1663 lebte. Copertino stammte aus bäuerlichen Verhältnissen. Damalige Gelehrte führten für über 100 Levitation Zeugen an und viele Persönlichkeiten waren selbst Augenzeuge dieses Wunders. So haben u.a. die Prinzessin Maria von Savoyen und König Johann II. Kasimir von Polen ihre Beobachtungen unter Eid bestätigt.

Bekannt wurde in jüngerer Zeit Daniel Dunglas Home, der von 1833 bis 1886 lebte. Er stammte aus Connecticut. Seine Levitationsfähigkeiten haben bekannte Persönlichkeiten und Skeptiker beobachtet, so etwa Napoleon III, Fürst Metternich, die englische Königin, Mark Twain, William Makepeace Thackeray, John Ruskin, Rosetti und Edward Bulwer-Lytton. Man versuchte ihm zwar, Betrug nachzuweisen, aber das gelang nicht. Der Laien-Parapsychologe und Präsident der Royal Society, William Crookes, schrieb im damals wichtigsten Wissenschaftsblatt, dem „Quarterly Journal of Science“ welch innerer Widerstreit in ihm herrscht zwischen seinem unumstößlichen Wissen und dem mit Augen und Händen Erlebten. Home soll in seiner spektakulärsten Vorführung in London aus einem Fenster im dritten Stockwerk und durch ein anderes wieder in das selbe Haus geflogen sein. Skeptiker halten Home für einen Betrüger: ihr Argument: die Ausbildung von Wissenschaftlern habe keinen Einfluss darauf, wie leicht sie hereinzulegen seien.

Auch die indische Lehre des Yoga kennt das Phänomen der Levitation.
Dort ist Levitation eine Technik der transzendentalen Meditation, die zweite Stufe des Yogischen Fliegens. Sie geht auf den Yoga-Sutras von Patanjali zurück. Die erste Stufe des yogischen Fliegens besteht darin, im Lotossitz auf und ab zu hüpfen also zu schweben. Bisher wurde nur die erste Stufe nachweislich erreicht.

Die Esoterik kennt zudem die Theorie, dass es möglich ist, entweder mittels Konzentration der feinstofflichen Energie im Anahata (im Herzchakra), oder mittels Erzeugung eines entsprechenden elektromagnetischen Feldes um sich selbst herum die Anziehungskraft der Erde zu überwinden. Bei der ersten Art sammelt man die Luftenergie, welche diesem Energiezentrum entspricht – dem Herzchakra -, eben dort, bis man leichter wird als eine Feder. Bei der zweiten Art wird mittels der Energie eine abgeschlossene Aurakugel hergestellt. Die Erlangung dieser Levitations-Fähigkeiten ist eine Erscheidung der sog. yogischen Siddhi-Kräfte.