Was ist magisch und was ist Magie?

Magie ist die Macht oder Kraft, Menschen, Gegenstände oder Ereignisse auf übernatürliche Art zu beeinflussen.
Der Magier erreicht diese Beeinflussung mittels Geister, Dämonen oder sonstiger übernatürlicher Kräfte, indem er durch Rituale, Beschwörungsformeln oder sonstiger magischer Praktiken auf diese einwirkt.
Magier benutzen auch traditionelle Meditationstechniken, etwa das Visualisieren oder Herbeiführen von Trancezuständen.

Das Wort Magie stammt aus dem Griechischen und steht dort für Zauberei, Gaukelei, Blendwerk, aber auch von dem altpersischen Wort Magusch, das der Name für die medischen Prister war.

Die Geschichte der Magie

Bereits die altägyptischen, mesopotamischen oder sumerischen Kulturen kannten die Magie, was schriftliche Quellen belegen.
Aber schon in der Steinzeit waren magische Praktiken üblich. Aus Hölenmarlereien, gefundenen Steinkreisen der Megalithkulturen oder Artefakten schließt man, das magische Zeremonien, die den Praktiken des Schamanismus ähneln, abgehalten wurden.
Auch die alten Kulturkreise der Rämer, Griechen, Hebräer oder Nordeuropäer kannten magisch-mythologische Praktiken und Lehren.

In der griechischen Antike begann man, sich verstandesmäßig mit den magischen Praktiken auseinander zu setzten. Das Bündnis der Pythagoreer sowie Platon und Aristoteles untersuchten die Theurgie und die alte griechische Theologie auf der Basis der Philosophie.

Auf das Mittelalter geht die Unterscheidung zwischen schwarzer und weißer Magie zurück: Wilhelm von Auvergne differenzierte zwischen einer magia naturalis, einer göttlichen Magie, und einer teuflischen Magie.
Thomas von Aquin beispielsweise lehnte die Magie generell als dämonisch und unwissenschaftlich ab.

Die erste Text über ein magisches Ritual stammt von Abrahams von Worms aus dem Jahr 1387. Er beschreibt einen Ritus eines jüdischen Mannes zur Bändigung von Geistern mit Hilfe des heiligen Schutzengels. Ebenfalls festgehalten wurde sein magischer Lebensweg.

Im Jahr 1496 legte Giovanni Pico della Mirandola seine Auffassung der Magie in der Schrift „Über die Würde des Menschen“ nieder. Das Kapitel lautet: Wie der Landmann die Ulmen mit den Reben des Weinstocks, so vermählt der Magier die Erde mit dem Himmel, das heißt das Untere mit den Gaben und Kräften der Oberwelt. Auch Leonardi da Vinci traf den sehr gebildeten Pico.

Es war Agrippa von Nettesheim, der 1530 das Buch De Occulta Philosophie chrieb. Er war Doktor der Medizin und der Rechte. Das Buch basiert auf Giovanni Pico della Mirandolas und ist die erste systematisch gegliederte Gesamtdarstellung der Magie, gegliedert nach Theorie und Praxis.

Paracelsus war Alchemist und gilt als Erneuerer der Naturheilkunde. Er stand der Scholastik ablehnend gegenüber und richtete sich nach der Erfahrung, ähnlich wie Leonardo da Vinci. Magie hieß für Paracelsus Heilung.“Aber magische Operation, gleich wie die Wissenschaft der Kabbala, entspringt nicht aus Geistern oder Zauberei, sondern aus dem natürlichen Lauf der subtilen Natur“, so Paracelsus.

Im Mittelarter entwickelten sich besondere christianisierte Formen der Magie. In den Grimoires – das waren Zauberbücher zu den Erscheinungen der Dämonologie und Angelolgie – wurde magische Praktiken gelehrt, die mit christlichem Glaubensgut verknüpft waren. Als Beispiel sei angeführt: Der Magier mußte beten, fasten und die Dreieinigkeit anflehen; dann erhielt er die göttliche Kraft, Dämonen zu überwinden.

Die Rennaissance fand den Weg zu hermetischen Schriften. Es wurde in der Folge die neuplatonische Zermonialmagie praktiziert. Der bekannteste Engelsmagier war John Dee, ein Alchemist, Mystiker und Astrologe, aber auch ein Mathematiker und Geograph.
Er lehrte seine Engelsmagie öffentlich, machte also keine Geheimlehre daraus. Aus einer Offenbarung heraus entwarf er die Henochischen Sprache. John Dees Bibliothek war die größte Bibliothek Englands.

In der Epoche der Romantik trat die Magie wieder mehr in den Vordergund. Durch den Kolonialismus kam die indische und ägyptische Mythologie nach Europa. Dies beinflußte das europäische magische Denken, z.B. bei Friedrich Schlegel oder Novalis.

Anfang des 18. Jahrhunderts wandte man sich innersselichen, magischen, okkultistischen, mystischen und esoterischen Bereichen zu. Bekannt war vor allem Franz Anton Mesmer, der die Lehre vom animalischen Magnetismus entwickelte, aber auch Cagliosto. Die Theorien Mesmers waren die Vorläufer der Hypnotherapie. Auch der Spiritismus kam in dieser Zeit auf.

Das 19. war das Jahrhundert der Gründung von magischen Organisationen, z.B.der Golden Dawn oder der theosophischen Gesellschaft. Aus letztere Ging die Anthrosopihe Rudolf Steiners hervor. Algernon Blachwood oder William Butler Yeats gehörten der Golden Dawn an.

Der Magier Aleister Crowly verhalf zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Magie eine Renaissance. Er war ebenfalls Mitglied der Golden Dawn. Und Mitglied des Ordo Templi Orientis, enem im Jahr 1903 gegründeten Orden. In jene Zeit gehört auch Wicca. Es ist eine neuere Naturreligion, die magische Praktiken verwendet.

Die Magie hat Einfluß genommen auf die Kabbala, das Tarot, den Kontakt mit Engeln, den Schamanismus, Channeling, einige psychotherapeutische Praktiken, das positive Denken, das neurolinguistische Programmieren (NLP) und den Neopaganismus. Der schweizer Psychologe C.G. Jung erklärt magisch als ein anderes Wort für psychisch.

Schwarze Magie und Weiße Magie

Bei der Magie kann man 2 Bereiche unerscheiden. Einmal kann man Magie als Versuch einer Beinflussung innerer und äußerer Gegebenheiten ansehen, einmal als einen geistig-mystischen Weg der Spiritualität.

Praktizierende Magier diskutierten und diskutieren über die Inhalte und Begriffe Weiße Magie und Schwarze Magie.
Schwarze Magie wird auch als Aberglaube, Zauberei und Betrug bezeichnet. Schwarze Magie liegt bei magischen Handlungen vor, die dem Wohl der Allgemeinheit widersprechen.
Man kann die Unterscheidung noch weiter ausbauen:
Schwarze Magie dient dazu, Macht zu gewinnen, sie ist egoistisch. Schwarze Magier setzten sich in den Gegensatz zur geistigen Evolution und dem göttlichen Willen. Das hat letztendlich die eigene Vernichtung zur Folge. Die schwarze Magie will lediglich das Wohlergehen des Schwarzmagiers fördern, nimmt Zerstörung in Kauf. Schwarze Magie kann auch unbewußt ausgeübt werden.
Weiße Magie ist auf das Wohlergehen der Allgemeinheit oder bestimmter Einzelpersonen gerichtet und liegt im Einklang, in Harmonie mit der spirituellen Entwicklung der Menschheit. Sie hilft, fördert, unterrichtet, baut auf, heilt, reinigt, vergeistigt.
Es wird aber auch die Ansicht vertreten, dass es keine schwarze oder weiße Magie gibt, sondern dass erst die die Magie nutzende Person bzw. die magischen Handlungen eine Differenzierung in positive oder negative Magie möglich macht. Es komme auf den Willen des Magiers an.

Magische Praktiken – Techniken der Magie

Als magische Praktiken und Techniken werden bezeichnet: Ritualmagie und Zeremonialmagie, Naturmagie, Neoschamanismus, Planetenmagie, Mentalmagie, die Arbeit mit Atavismen, Annahme von Gottformen, Inkantation, Invokation und Evokation, Sexualmagie, Astralmagie (Visualisation, Imagination, Astralprojektion und Astralreisen), Wahrsagen, Willensschulung und Geistesschulung durch Mentaltechniken, Tranceschulung, Schutzmagie, Sigillenmagie, Konzentration, Meditation, Energie- und Atemübungen (Pranayama).

Insbesondere sind veränderte Bewußtseinszustände für magische Anwendungen erforderlich. Magie leistet der Magier in Trancezuständen oder in einer Art Meditation, die es ermöglicht, die eigene Persönlichkeit zu überschreiten. Viele magische Praktiken sind psychologischer Art. Mit ihrer Hilfe soll das eigene Innere bewußt gemacht werden, das eigene Selbst soll gestärkt werden, um dadurch Einfluß auf die Wirklichkeit nehmen zu können.

Die Wissenschaft erklärt diese magischen Techniken als Autosuggestion im Bereich der Psychologie, da Außenwirkungen nicht nachweisbar sind.

Die moderne, westliche Magie bedient sich nicht nur Techniken und magischer Systeme aus der eigenen Kultur, sie wendet auch Praktiken aus der griechischen oder ägyptischen oder germanischen Kultur. Aber auch Tattvas, Symbole der Elemente aus dem indischen Kulturkreis, Techniken des indischen Yoga werden herangezogen, oder die Kabbala, welche hebräischer tradition enspringt.
Die moderne Magie, die auf das antike Verständnis der Gnosis basiert, hat keine strenge Dogmatik. Mit jeder Technik kann Selbsterleuchtung herbeigeführt werden. Anders ist es in der traditionellen Magie; dort existieren genau festgelegte Rituale und Regeln.

Zwischen Religion und Magie gibt es Berührungspunkte und Reibeflächen. In alten Kulturen war lag die Praxis der Magie in den Händen der Priester.
Oft wird gesagt, die Religion habe sich aus der Magie entwickelt.