Neopaginismus versteht sich selbst als Neubelebung indigener, ausgestorbener, vorchristlicher Religionen. Es ist ein Oberbegriff für neuzeitliches Heidentum.

Viele Neureligionen, Neuheiden, haben folgende Gemeinsamkeiten: eine naturnahe Lebensart in einer hochentwickelten Zivilisation; den Schutz von Umwelt und Mitlebewesen; Erleben der Kräfte der Natur, die sich in Gestalt der Göttinnen und Götter anrufen lassen und die auch der einzelnen Gläubige erkennen kann;\r\ndirektes Glaubenserlebnis ohne Priesterreligion; kein dogmatisches Glaubensbekenntnis, individualisiertes Erleben von Gläubigkeit und Vielfalt gleichberechtigter Kulte; eine weltweite Verbreitung heidnischer Kulte als Glaube an viele Götter, in Europa (germanisches, keltisches, wendisches Heidentum), Afrika, Amerika (zahlreiche indianische Stammesreligionen, unter anderem der Hopi), Asien (Hinduismus, Shinto in Japan u. a.) Vielfalt in einem Netzwerk weltweit verbreiteter Naturreligionen; eine Kritik an dogmatischen und hierarchischen Religionen, unter anderem am Judentum, Christentum und am Islam;die Betonung der Freiheit des Einzelnen; die aktive Aufnahme alter Kulturtechniken, Handwerkstätigkeiten usw. im Rahmen des „Reenactment“ bei Wikinger- und Mittelaltermärkten; ein intensives Musikbewusstsein (Musik hören, Musik machen, Musik erleben).

Das Neuheidentum, der Neopaganismus ist äußerst formenreich. Es existiert keine einheitliche Einrichtung oder Organisation, in welcher die unterschidlichen Religionen zusammen treffen.