Der Begriff Schamanismus leitet sich vom Wort Schamane ab. Dieses kommt vom eventkischen bzw. tungusischen wort saman, deren Wurzeln wohl „denken, wissen“ oder aber „mit Hitze und Feuer arbeiten“ bedeuten. Genaues liegt im Dunkeln.

Schamanismus ist eine religiös-magische Erscheinung. Sie trat zuerst bei den Ureinwohnern Sibiriens auf. Dass der Schamanismus die religiöse Praxis der Steinzeit seit, ist lediglich Spekulation.

Grundbestandteile des Schamanismus sind die Ekstase und Trance als veränderte Bewußtseinszustände. Es werden Seelenreisen angestrebt und die Kommunikation mit Geistern. Der Schamane steht im Mittelpunkt des Schamanismus. Er ist der Mittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Seine besonderen Fähigkeiten dienen dem Gemeinwohl.\r\nUm den Trancezustand zu erreichen werden unterschiedliche Mittel eingesetzt, etwa das Fasten, psychedelische Drogen, rhytmisches Trommeln, Tanz oder ähnliches.

Der Schamane kann heilen, Seelen ins Totenreich begleiten (Stichwort: Psychopompos), böse Geister austreiben (Stichwort: Exorzismus), Weissagen.

Die schamanistische Weltanschauung gliedert die Welt in drei Ebenen: Himmel, Erde, Unterwelt, manchmal sogar in sieben oder neun Ebenen. Schamanen könnenüber den Weltenbaum, eine Art Achse, von einer Ebene in die andere auf- und absteigen. Ein Krafttier begleitet die Schamenen dabei.

In der Moderne wird versucht, das schamanische Weltbild auf die heutige Welt zu übertragen. Das ist der Bereich des Neoschamanismus. Man rechnet den Neoschamanismus teilweise der Esoterik, teilweise dem Religionsbereich zu.