Was ist Spiritismus?

Der Spiritismus wird auch als spiritistische Lehre bezeichnet. Der Spiritismus geht davon aus, dass die Seelen Verstorbener, auch als Geister der Verstorbenen bezeichnet, sich mittels eines sog. Mediums Mitteilungen kundtun können. Die so empfangenen Mitteilungen, Prinzipien und Gesezte der Geister bilden die spiritistische Lehre. Der Spiritismus geht auf Allan Kardec zurück, der ab 1857 seine Beobachtungen und Studienin 5 Büchern niederlegte. Es sammelte, ordnete und kommentierte allerdings nur. Seine grundlegenden Werke, die in 30 Sprachen übersetzt wurden und auch heute noch die Basis des Spiritismus bilden, sind:
Das Buch der Geister (1857) — Hier wird die Grundlage der Lehre dargelegt. Behandelt werden Themen wie Universum, Gott, Seele, Mensch, Tieren, Kultur, Moral, Seele und Religion.
Das Buch der Medien (1861) — Hie wird die „Mechanik“ der Geisterwelt dargestellt, auf welcher die Kommunikation über ein Medium beruht. Es werden auch Techniken, die von Medien entwickelt werden können, beschrieben.
Das Evangelium nach dem Spiritismus (1864) – Dieses Buch kommentiert die Evangelien und zeigt Stellen, die nach Ansicht von Kardec ein von allen Religionen und philosophischen Systemen geteiltes ethisches Fundament aufweisen. Es ist das erste religiöse Buch, das von einem Leben auf anderen Planeten ausgeht.
Der Himmel und die Hölle (1865) — Hier werden Gespräche mit den Seelen Verstorbenener didaktisch aufgearbeitet.
Die Genesis nach dem Spiritismus (1868) — Hier versucht Kardec Religion und Naturwissenschaft in Harmonie zu bekommen; die Themen sind Ursprung des Universums und des Lebens, Wunder und Hellsehen.

Der Spiritismus nach Kardec geht davon aus, dass das Universum von einem höchsten Geist, Gott, geschaffen wurde. Es besteht aus Materie und spirituellen Wesen. Die Geister sind geistige, intelligente Wesen. Sie formen eine geistige Welt und existierten bereits vor der materiellen Welt und werden diese auch überdauern. Geister können mit der geistigen Welt über Medien kommunizieren. Inkarnationen gibt es auch auf anderen Planeten als der Erde.

Die Seelenwanderung

Die Lehre von der Seelenwanderung innerhalb des Spiritismus besagt, dass Geister in 2 Zuständen leben, nämlich inkarniert und nicht inkarniert. Geister müssen sich geistig-moralisch entwickeln und das können sie eher in einem inkarnierten Zustand. Jedoch haben sie hier keine Erinnerungen an die vorhergegangen Inkarnationen. Die Entwicklung kann aber nicht rückläufig sein, allenfalls kann sie stagnieren. Helfen bei der Entwicklung können auch anderen Geister. Diese werden z.B. als Schutzengel bezeichnet. Jesus als Wesen sei z.B. zuständig für die Erde; er habe die gesamte Entwicklung vollständig durchlaufen.
Der Spiritismus greift auf die christliche Ethik zurück. Beispielsweise sind Todesstrafe, Selbstmord oder Sucht nicht mit dieser Lehrer vereinbar. Durch Gebete kann Kontakt mit Schutzengeln und befreundeten Geistern aufgenommen werden. Wichtiger als Gebete ist jedoch eiin moralisch richtiges Handeln.

Spiritistische Sitzungen

Ein herausragender Teil des Spiritismus sind spiritistische Sitzungen. Diese sollen der geistigen Weiterentwicklung dienen, nicht der Vorhersage. Jeder Mensch kann Medium sein; die Fähigkeiten hierzu müssen jedoch u.U. entwickelt werden.

Spiritismus als Religion

In Brasilien ist der Spiritismus eine Religion, die vom Staat anerkannt ist und hat dort auch die meisten Anhänger.

Nicht immer jedoch wird der Spiritismus als Religion eingeordnet, da er keine religiöse Hierachiestruktur oder ein Oberhaupt kennt und – außer in Brasilien – nicht organisiert ist. Außerdem gibt es keine formale Mitgleidschaft.

Medialität

Die Fähigkeit eines Mediums, Botschaften von nicht physischen Wesen durch Hellsehen oder Hellhören zu empfangen, wird Medialiät genannt. Die nicht physisch-verkörperten Wesen können etwa Geister oder Verstorbene sein.

Die Medialität bzw. das Potential eines Mediums wird von unterschiedlichen religiösen und mystischen Traditionen oder auch Spiritualisten anerkannt. Die Weitergabe von Visionen oder Auskünften, die auf übernatürlicher Art durch den Körper des Mediums empfangen wurden, wird Mediumismus genannt.

Ein anderes Wort fü Medienschaft ist Channelling. Dieser Begriff kommt aus der amerikanischen New-Age Bewegung. Die Verbindung zu den nicht körperlichen Wesen, etwa den Totengeistern, nimmt das Medium in sog. Seancen auf. Diese können auch Sittings oder Readings heißen.

Auch Religionen behaupten, dass ihre Lehre von Propheten, Mystikern, auf mediale Art empfangen wurde. So wird z.B. im 2. Buch Mose, Kapitel 3 und 4 beschrieben, wie Gott mit Mose aus einem brennenden Dornbusch heraus gesprochen hat und ihm so den Befehl gab, nach Ägypten zu gehen, um die Israeliten aus der Knechtschaft zu befreien.

Mana

Mana ist der Glaube an spirituelle Kräfte. „Mana – beyound belief“ ist ein Film über eben dieses Mana, der nun in den deutschen Kinos läuft.

Mana ist das polynesische Wort für Macht oder Ansehen.   Jede Kultur besitzt Gegenstände, denen Mana zugeschrieben wird, egal ob sin nun religiöser, künstlerischer, wirtschaftlicher, patriotischer oder lächerlicher Natur sind. Der Film „Mana – Die Macht der Dinge“ ist eine Reise um die Welt, von den ältesten Technologien zu den komplexesten, von der greifbaren Welt der Objekte zur projizierten Welt der Werte. Diese Reise erzählt vom Versuch des einzelnen, die geheimnisvollen Mächte seiner Umgebung zu begreifen, zusammenzufassen und mittels der Kraft der Gedanken auf das eigene Leben Einfluss zu nehmen.

Mana – Die Macht der Dinge ist ein Spagat zwischen religiöser und profaner Welt, ein Balanceakt zwischen alten Kulturen und neuesten Entwicklungen. Dadurch gewinnt der Film einen hintergründigen Humor. Er lässt den Zuschauer lächeln über fanatische Fans – und vielleicht auch über sich selbst, denn es drängt sich die Frage auf: Woran glaube ich selbst?