Die Zauberei der Spielkarten

Der oder das Tarot ist ein Satz Karten mit 78 Blatt. Er wird zu divinatorischen und psychologischen Zwecken benutzt. Das große Arkana des Tarot ist dabei ein Initiationsweg. Ein Tarot-Deck oder Tarot Satz ist eine komplette und zusammengehörige Ausgabe der Tarotkarten. Es gibt weit über hundert unterschiedliche Tarot Decks, die sich z.T. gravierend voneinander unterscheiden. Es gibt auch Kartensätze, die zwar als Tarot-Karten bezeichnet werden, mit dem Tarot-System aber nichts gemein haben. Zu nennen sind etwa Wahrsagekarten wie Lenormandkarten oder Kipperkarten. Die Summe der ersten 12 Zahlen ist die identisch mit der Anzahl der Tarotkarten, die zu einem Tarot-Deck gehören: 78. 12 symbolisiert die Vollständigkeit, 78 damit das große Ganze. Es gibt allerdings auch Tarot-Decks mit 74 oder 80 Karten, etwa das Universal-Tarot von Maxwell Miller. Dies hat astrologische oder numerolgische Gründe. Miller z.B. hat die Pagen-Karten weggelassen. Die 78 Karten teilen sich in das große Arkana und das kleine Arkana. Das Wort Arkana kommt von dem lateinischen Wort arcanum, was Geheimnis bedeutet. Arkana wird auch als Arkanum bezeichnet. Die bekanntesten Tarot-Decks sind das Crowley-Tarot, das Marseille-Tarot und das Rider-Waite-Tarot. Die Unterschiede der Tarot-Decks liegen in den unterschiedlichen spirituellen, philosophischen, kulturellen oder esoterischen Grundlagen, aus denen sie entstammen. Tarot Decks, die von den drei oben genannten abweichen, werden als freie Decks bezeichnet. Dabei kommt es nur auf die Bedeutungsabweichung, nicht auf die bildliche, künstlerische Abweichung an. In vielen Tarot Decks haben Elemente der Astrologie, des I-Ging, der Runen oder der Kabbala ihren Eingang gefunden. Die Wurzeln des Tarots werden in der ägyptischen Kultur vermutet. Ein Hinweis darauf ist die Tatsache, das es eine verhaltnismaßig große Zahl ägyptischer Tarot-Decks gibt. Es existieren aber auch japanische, afrikanische, keltische Decks oder Decks inigener amerikanischer Kulturen, etwa der Maya. Eine Sonderform stellen weibliche, feministische Tarot-Decks dar. Bekannt sind das Daughters of the Moon und das Motehrpeace-Tarot. Es existieren auch Decks, die ihre Grundlage nicht in Kulturen, sondern in künstlerischen oder literarischen Werken oder Traditionen suchen. Beispielsweise gibt es ein William-Blake-Tarot, eine Bosch-Tarot oder eine Dürer-Tarot, auch ein Shakespeare-Tarot. Das Dali-Tarot wurde von Dali selbst entworfen. Esoteriker legen ihren Augenmerk vor allem auf das Tree-of-Life Deck, das kabbalistische Elemente beinhaltet. Man kann es jedoch nur verwenden, wenn man über Kenntnisse der Astrologie und Kabbala verfügt, denn es bildet – sich stützend auf die Zuordnung des Golden Dawn – nur die abstrakte Symbolik der kabbalistischen Sephiroth und des Zodiak ab. Man hat auch die Wahl zwischen thematischen Tarot-Decks, etwa gibt es ein Baum-Tarot oder ein Edelstein-Tarot. Weitere sind das Herr der Ringe Tarot, das Alice im Wunderland Tarot und des Oz Tarot. Warum hat nun das Ergebnis einer Tarot Legung Bedeutung für die Beantwortung einer gestellten Frage? Die magische bzw. esoterisch-spirituelle Antwort greift auf den Begriff der Synchronizität zurück. Dieser Begriff stammt von C.G. Jung. Er bedeutet das Auftreten inhaltlich sinnvoler nicht ursächlicher Zusammenhänge zwischen zeitnahen Ereignissen. Danach gibt es also eine Parallele zwischen der Darstellung der Legung und den sich im Leben des Fragenden darstellenden Ereignissen. Die psychologische Antwort besagt, dass die Tarotlegung nur ein projektives, assoziatives Verfahren ist, quasi eine Spiegelung äußerer und innerer Abläufe. Das vom Tarot gelieferte Bild ist ein bildliches Gleichnis zu der eigenen Lebenssituation. Das Tarot ist danach ein Mittel zur Selbsterkenntnis; die Karten des Tarot zeigen typische menschliche Erfahrungen, die bei ihrem Anblick eine unbewußte Reaktion bewirken. Die Tarotkarten dienen also dem Finden unbewußter Gefühle. Das Tarot benutzen einige Psychologen deshalb auch im Rahmen ihrer Therapie.

Die großen Arkana

Die großen Arkana (Geheimnisse) werden aus 22 Karten gebildet, die auch Trumpfkarten genannt werden. Auf ihnen sind Symbole des 15. Jahrhunderts abgebildet. Seit dem Marseille-Tarot sind, bis auf den Narren, die Karten mit Nummern versehen. Die Namen der Karten sind in den Decks der bedeutenden Tarot-Traditionen ähnlich, auch die Numerierung oder Reihenfolge. Es gibt natürlich Varianten. Die gängigste Interpretation der großen Arkana ist die sog. Reise des Helden, eine archetypische Heldenreise.

Die kleinen Arkana

Die kleinen Arkana oder auch das kleine Arkanum setzt sich aus 4 mal 14 Karten in 4 verschiedenen Farben oder Reihen zusammen. Sie bestehen aus jeweils 10 Zahlenkarten und 4 Hofkarten. Die 4 Farben symbolisieren bei vielen Deutungen die 4 Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer. Die Hofkarten haben vielfältige Bedeutungen. In früheren Zeiten waren sie lediglich Symbole für Personen, heute symbolisieren sie eher die Eigenschaften der Personen. Die Hofkarten verdeutlichen aber auch die verschiedenen Einflüsse der Elemente. Es gibt verschiedene Deutungsmodelle. Wichtig sind auch die Legesysteme. Bestimmte Plätze werden für eine Karte bestimmt und diese Plätze haben eine bestimmte Bedeutung. Notwendig ist es, ein Legesystem auszuwählen, das zur Fragestellung paßt. Ein bekanntes Legesysteme ist etwa das Keltische Kreuz. Das Tarot stand lange Zeit als genuines europäisches esoterisches System dar. Dann aber haben sich viele Verbindungen zu anderen esoterischen Bereichen, etwa zur Alchemie, zur Numerologie, zur Kabbala und zur Astrologie.