Yoga heute

Yoga ist eine indische Philosophie und Weltanschauung. Gleichzeitig ist es auch eine Lebenspraxis.

Längst hat Yoga auch den westlichen Kulturkreis erobert. Wer kennt nich das Hatha Yoga oder das Ashtanga Yoga? Yoga Kurse werden in allen Volkshochschulen angeobten und die Krankenkassen unterstützen diese Yogakurse finanziell, denn es ist medizinisch anerkannt, das Yoga positive Wirkungen auf den menschlichen Körper und die Gesundheit hat.

Die Geschichte des Yoga beginnt in Indien in den Jahren 700 vor Christus. In den älteren Upanishaden – das sind historische Schriften des Hinduismus – werden Atemübungen und das Zurückziehen der Sinne in den Atman als Hilfsmittel der Meditation niedergelegt.. Die mittleren Upanishaden, die um 400 v.C. entstanden sind, enthalten das Wort Yoga bereits. Sie stellen skizzieren zudem die wesentlichen Elemente des späteren Yoga-Systems.

Um etwa 300 v. Chr. entstanden die Schriften des Mahabharata. Hier erhält das Yoga bereits einen besonderen Rang. Es ist das praktisches Gegenstück zum theoretischen Sânkhyat. Die Mahabharata und die älteren Puranas erklären Kapila und andere als Urheber des Yogas. Im Gegensatz dazu bezeichnen die jüngeren Puranas Patanjali als „Vater“ des Yoga-Systems. Wahrscheinlich ist jedoch, dass Patanjali die überlieferten Yoga-Lehren im 2. oder 4. Jahrhundert n.Chr. lediglich zusammenfasste. Das Werk Patanjalis besteht aus 194 kurzen Merksprüchen, den sog. Yoga-Sutren, die auf vier Bücher verteilt sind.

Die klassischen indischen Schriften beschreiben 4 Yogawege:

– Raja Yoga: So bezeichnet man die meditativ orientierten Stufen des achtgliedrigen Yoga nach Patanjali. Raja Yoga wird auch Ashtanga Yoga genannt. ‚Asta‘ bedeutet acht, ‚Anga‘ bedeutet Teile.
– Jnana Yoga: Das Jnana Yoga ist ein eher intellektuelles Yoga, ein der Erkenntnis.
– Karma Yoga: Karma Yoga wird als das Yoga der Tat bezeichnet, als das Yoga des selbstlosen Handelns.
– Bhakti Yoga: Dieser Yoga-Weg kennt Yoga als Verehrung und Hingabe.

Historiker gehen davon aus, dass Yoga zunächst ein rein geistiger Weg war: die Erleuchtung sollte durch Meditation erreicht werden. Die vielen Asanas, also die Yogaübungen und Yogastellungen entstanden erst im Laufe der Zeit. Sie waren als Hilfsmittel vorgesehen, um den Körper so stärken, damit er möglichst lang im Meditationssitz – im Lotossitz -verharren konnte. Im Laufe derJahrhunderte wurde immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen erkannt. Die Yogastellungen wurden weiter entwickelt und die körperliche Betätigung im Yoga erreichte ein immer höheres Gewicht. Dies führte dann zur Entstehung des Hatha Yoga. So legt die „Hatha Yoga Pradipika“, ein Text aus dem 15. Jahrhundert, die Grundsteine dieser körperbezogenen Yoga-Schule. Das Raja Yoga hat seine Grundlage im Hatha Yoga; diese Yogalehre fokussiert aber die geistigen Ziele.